Menschheitslernen

Inzwischen leben über acht MIllliarden Menschen auf der Erde. Allen Kriegen und separatistischen Ideologien zum Trotz funktioniert Wirtschaft auch und gerade als Weltwirtschaft.  Solange Wirtschaft nicht effektiv global reguliert ist, kann Kapital aber weitgehend folgenlos in Niedrigsteuer-Ländern geparkt werden, während Arbeit immer noch relativ immobil ist - ein Grund für strukturelle soziale Ungleichheit auf der Erde. Dazu kommen andere existentielle Herausforderungen der Menschheit, so die sich rasch verschärfende Klimakrise und die bisher weitgehend unkontrollierte Entwicklung Künstlicher Intelligenz - nur einige von vielen Feldern, in denen allgemeine Wohlfahrt effektive globale Koordination benötigt. 


Angesichts dessen reichen die bisherigen Formen politischer und sozialer Identitätsbildung nicht mehr aus: Persönlich-familiäre, kommunale, regionale und nationale Identitäten brauchen wir zwar auch weiterhin; darüber hinaus müssen wir Menschen aber lernen, uns auch als Menschheit wahrzunehmen und zu koordinieren. Da damit gegenseitiger Respekt im Bewusstsein gemeinsamer Verantwortung zentral wird, entsteht das Projekt zivilen Menschheitslernens. Erst wenn dieses Projekt vorankommt, steigen Chancen dafür, dass die Menschheit in einem fairen Miteinander überleben kann - eine fundamentale Alternative zu borniert unilateralistischem Denken von Trump & Co, zu Angriffskrieg, Fundamentalismus und Faschismus.